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SRILA PRABHUPADA SPRICHT WÄHREND EINES MORGENSPAZIERGANGS IN LONDON MIT EINEM STUDENTEN.
Srila Prabhupada: Die Botschaft des Krishna-Bewusstseins stammt aus der spirituellen Welt, nicht hier aus der materiellen Welt. Deshalb geschieht es manchmal, dass die Menschen diese Botschaft missverstehen. Aus diesem Grunde müssen wir diese Botschaft entsprechend erläutern. Viele können nicht einmal verstehen, was die Seele ist. Das gilt für unsere großartigen Wissenschaftler wie für unsere großartigen Philosophen. Sie wissen nichts über Spiritualität und die spirituelle Welt. Deshalb fällt ihnen das Verstehen manchmal so schwer.
Student: In letzter Zeit habe ich einige Untersuchungen über das Alter der Veden angestellt. Archäologen vertreten die Ansicht, aus den Ausgrabungen von Harappa und Mohenjo-Daro sei ersichtlich, dass die Veden zu einem viel späteren Zeitpunkt entstanden sind, als ursprünglich vermutet wurde. Das würde für die Veden ein gewisses Maß an Autoritätsverlust bedeuten, denn dann wären sie nicht mehr die ältesten religiösen Schriften der Welt.
Srila Prabhupada: Veda bedeutet nicht “Religion”. Veda bedeutet “Wissen”. Wenn sie also die Geschichte des Wissens erforschen können, dann können sie auch erforschen, wann die Veden entstanden sind. Können sie feststellen, wann Wissen begann? Sind Sie dazu in der Lage?
Student: Ich glaube kaum, dass dies möglich ist.
Srila Prabhupada: Wie können sie dann die Entstehung der Veden erforschen? Veda heißt Wissen. Deshalb müssen sie zuerst den Ursprung des Wissens erforschen. Dann können sie das Alter der Veden bestimmen. Die Geschichte der Veden reicht bis zur Schöpfung der materiellen Welt zurück. Keiner kann den Zeitpunkt der Schöpfung nennen. Die Schöpfung fing mit der Geburt Brahmas an, und man kann nicht einmal die Länge eines Tages Brahmas ermessen.
Während Brahmas Nacht wird das Universum zu einem gewissen Grade zerstört, und während seines Tages findet die Schöpfung statt. Es gibt zwei Arten der Zerstörung: zum einen die, welche in Brahmas Nacht stattfindet, und zum anderen die endgültige Zerstörung, wobei die gesamte kosmische Manifestation vernichtet wird.
Und wir winzigen Kreaturen spekulieren über das Alter der Veden – das ist einfach lächerlich.
Viele Mikroben entstehen am Abend und sterben, sobald der nächste Tag beginnt. Sie leben nur eine einzige Nacht. Unser Leben ist ähnlich kurz. Was kann unsereins also schon über Geschichte wissen? Deshalb empfangen wir das vedische Wissen von vedischen Autoritäten. Man sollte kein Frosch-Philosoph sein. Kennen Sie die Philosophie der Frösche? Dr. Frosch hatte noch nie den Atlantischen Ozean gesehen, als ihm jemand mitteilte: “Ich habe ein ungeheuer großes Gewässer gesehen.” Darauf fragte ihn Dr. Frosch: “Hm, ist es größer als dieser Brunnen?”
Student: – Ja, das konnte er sich wohl schwer vorstellen.
Srila Prabhupada: Ja. Diese Gelehrten sind also wie Frösche, die in ihrem Brunnen verrotten. Wie sollte es ihnen da möglich sein, etwas vom vedischen Wissen zu verstehen?
Student: Ja, das leuchtet mir ein. Um das Thema zu wechseln – sind sie der Meinung, dass nach den Veden die richtigste Lebensart, das reinste Leben, das ist, welches im Einklang mit der Natur gelebt wird und nicht wider die Natur, wie es in unseren Städten üblich ist?
Srila Prabhupada: Auf jeden Fall. Wahres Leben bedeutet, die körperlichen Aktivitäten auf ein Mindestmaß zu beschränken, um Zeit zu gewinnen und sich der spirituellen Erkenntnis zu widmen. Das ist wahres Leben. Die gegenwärtige Zivilisation, die auf der körperlichen Lebensauffassung beruht, ist nicht besser als tierisches Leben. Das ist kein zivilisiertes Leben.
Athato brahma-jijnasa: Zivilisiertes Leben beginnt dann, wenn jemand so weit entwickelt ist, daß er nach der spirituellen Seele fragt. Wenn diese Fragen jedoch nicht gestellt werden, wenn die Leute nicht fähig sind, zu fragen, was die spirituelle Seele ist, gleichen sie Hunden und Katzen.
Die vedische Lebensweise lehrt, von körperlichen Störungen so weit wie möglich frei zu werden. Deshalb beginnt die vedische Erziehung mit Brahmacarya, sexueller Enthaltsamkeit. Diese Schurken können jedoch ihren sexuellen Trieb nicht beherrschen. Ihre Philosophie besagt, man solle seinen sexuellen Trieben rückhaltlos nachgeben und im Falle einer Schwangerschaft das Kind dann einfach umbringen.
Student: Stimmt.
Srila Prabhupada: So sieht ihre niederträchtige Philosophie aus. Sie ahnen nicht, dass man durch entsprechende Übung die Sexualität vergessen kann. Und wenn man die Sexualität vergessen hat, ist das Problem der Abtreibung automatisch gelöst. Doch dazu sind sie nicht fähig. Deshalb heißt es, adanta-gobhir visatam tamisram: Durch uneingeschränkten Sinnengenuss sinken sie allmählich auf die Ebene der Tiere hinab. Wer Abtreibungen durchführt – das Kind im Mutterleib tötet -, wird in seinem nächsten Leben selbst im Mutterleib getötet werden. So viele Babys, wie er getötet hat, so viele Male wird auch er einen neuen Körper annehmen müssen und getötet werden. Auf diese Weise wird er für Hunderte von Jahren nicht das Licht der Welt erblicken. Er wird im Mutterleib bleiben und immer wieder getötet werden. Die Leute kennen die Naturgesetze nicht. Man kann die Naturgesetze nicht umgehen wie die Gesetze des Staates. Ein Mörder kann durch Tricks den Gesetzen des Staates entgehen, doch den Naturgesetzen entgeht er nie. Sooft man getötet hat, wird man auch selbst getötet werden. Das ist das Gesetz der Natur.
Student: Gerade letzte Woche sprach ich mit einer Krankenschwester, die in der Abtreibungsabteilung eines der größten Londoner Krankenhäuser arbeitet. Es ist grauenhaft. Einige der Föten sind bereits so weit entwickelt, dass man schon mit großer Wahrscheinlichkeit von Leben sprechen kann.
Srila Prabhupada: Von Wahrscheinlichkeit kann gar keine Rede sein. Das Leben fängt mit dem sexuellen Kontakt an. Das Lebewesen ist sehr klein. Durch das Naturgesetz wurde es gemäß seinem Karma in den Samen des Vaters versetzt und gelangt so in den Uterus der Mutter. Dort verschmilzt der väterliche Same mit der Eizelle der Mutter, um einen Körper zu bilden, der die Form einer Erbse hat. Dieses erbsenähnliche Gebilde entwickelt sich dann allmählich. Dies wird alles in der vedischen Literatur beschrieben. Auf der ersten Stufe bilden sich neun Öffnungen für Ohren, Augen, Nase, Mund, Genitalien und Rektum. Dann entwickeln sich allmählich die Sinne, und im Alter von sechseinhalb Monaten ist der gesamte Körper fertig ausgebildet, worauf das Bewusstsein des Lebewesens zurückkehrt.
Vor der Ausbildung des menschlichen Körpers ist das Lebewesen bewusstlos, wie in Narkose. Dann träumt es und wacht allmählich auf. Zu diesem Zeitpunkt widerstrebt es ihm total, den Körper der Mutter zu verlassen, doch die Natur versetzt ihm einen Stoß, und es kommt heraus. So geht die Geburt vonstatten.
Dies ist vedisches Wissen. In der vedischen Literatur wird alles ganz genau beschrieben. Wie können die Veden also der Geschichte unterworfen sein? Die Schwierigkeit liegt einfach darin, dass wir über spirituelle Dinge sprechen. Deshalb haben die groben Materialisten gelegentlich Verständnisschwierigkeiten. Sie sind so schwer von Begriff, dass sie einfach nicht verstehen können.
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