SRILA PRABHUPADAS VORLESUNGEN


JENSEITS VON SEXISMUS
Juni 26, 2007, 11:51 am
Filed under: Prabhupadas Richtlinien

MatajiGESPRÄCH MIT A.C. BHAKTIVEDANTA SWAMI PRABHUPADA UND EINER REPORTERIN IM JULI 1975 IN PHILADELPHIA.

Reporterin: Der Bewegung für Krishna-Bewusstsein wird oft Frauenfeindlichkeit vorgeworfen, weil Frauen bestimmte Neigungen zugeschrieben werden – ich bin mir nicht sicher, ob durch die Gottgeweihten oder die vedischen Schriften. Könnten sie sich vielleicht näher dazu äußern? Der Vorwurf geht nicht unbedingt dahin, dass die Bewegung prinzipiell gegen Frauen eingestellt ist, aber dass weibliche Eigenschaften als untergeordnet diskriminiert werden.


Srila Prabhupada: Spirituell gesehen haben Mann und Frau die gleiche Rolle. Auf der materiellen Ebene jedoch ist der eine Assistent, der andere Direktor. Wie wollen sie das vermeiden? Ist es möglich, dass jeder Direktor ist und niemand Assistent? Können sie Gleichheit auf der materiellen Ebene erreichen? Auf der materiellen Ebene ist einer Vater, ein anderer Kind; der eine ist Assistent, der andere Direktor; jemand ist eine Frau, jemand anders ein Mann. Wie wollen sie das ändern? Aber spirituell sind alle gleich.
Reporterin: Dann ist es also unwichtig, was sich auf der materiellen Ebene abspielt?
Srila Prabhupada: Wenn sie auf die spirituelle Ebene kommen, wenn sie in jedem die spirituelle Seele sehen, das ist Gleichheit. Zum Beispiel sind wir ganz unterschiedlich gekleidet. Diesen Unterschied muss es geben. Es gibt unzählige Männer und Frauen, und alle sind sie unterschiedlich gekleidet. Sie können nicht sagen, dass sie hinsichtlich ihrer Kleidung gleich sind.
Aber innerhalb ihrer Bekleidung – als spirituelle Wesen – sind alle von gleicher Natur. In der Bhagavad-gita sagt Sri Krishna, dass man durch spirituelle Sicht einen Gelehrten, eine Kuh, einen Elefanten, einen Hund und sogar einen Hundeesser als einander gleich sehen kann. Aber wie können sie materiell gesehen gleich sein?
Angenommen, ich würde einen großen Gelehrten einladen und ihn dann auffordern, „setzen sie sich bitte neben diesen Hund“ – wird er dann erfreut sein?
Er wird beleidigt sein. Ich mag sehen, dass sowohl in dem Hund als auch in dem Gelehrten eine spirituelle Seele ist. Aber wenn ich sage: „Sie mögen wohl ein großer Gelehrter sein und den Hund einfach nur für einen Hund halten, aber ich sehe sie beide als gleich an“, so wird er beleidigt sein. Wir können also nicht die unterschiedliche materielle Stellung ignorieren; gleichzeitig müssen wir aber verstehen, wie die Situation auf der spirituellen Ebene aussieht.
Auf der Ebene des materiellen Körpers mag man Mann und Frau künstlich gleichstellen, aber in Wirklichkeit entspricht das nicht den Tatsachen. An einer Stelle der Bhagavad-gita sagt die Höchste Persönlichkeit Gottes, dass jemand, der mit spirituellem Wissen erleuchtet ist, jedermann als gleich sieht. Und doch sagt der Höchste Herr an einer anderen Stelle, strisu dustasu varsneya jayate varna-sankarah: Wenn die Frauen nicht beschützt werden, werden Männer mit niedrigem Charakter sie verführen, so dass unerwünschte Nachkommenschaft die Gesellschaft belastet. Die „Frauenbefreiung“ zum Beispiel ist einfach nur ein Trick der Männer. Jetzt können sie Prostitution umsonst haben, das ist alles. Sobald die Frau schwanger geworden ist, kann der Mann sie verlassen und ihr die Wahl lassen, vom Staat Unterstützung zu erbetteln oder ihr Kind zu töten – durch Abtreibung. Sie hören das wahrscheinlich nicht gern, aber „Frauenbefreiung“ bedeutet, dass die Männer euch Frauen hereingelegt haben. Um auf dem Weg spiritueller Verwirklichung fortzuschreiten, müssen wir deshalb ein paar kleine materielle Unterschiede machen: Frauen müssen beschützt werden.
Wenn wir die Frauen tatsächlich benachteiligen würden, wie könnten wir dann in unserem Tempel zusammen glücklich sein? Wir sind alle glücklich, eben weil wir tatsächlich gleich sind – auf der spirituellen Ebene. Wir sagen nicht: „Du bist eine Frau. Du kannst kein Gottgeweihter werden.“ Nein. Wir heißen jeden willkommen. Wir fordern jeden auf: „Komm auf die spirituelle Ebene. Dann wird alles glückverheißend.“ Ein spirituell verwirklichter Mensch weiß, dass spirituell gesehen zwischen ihm und allen anderen kein Unterschied besteht – und deshalb ist er glücklich. In der materiellen Lebensauffassung versucht der eine stets die Stellung des anderen einzunehmen. Aber auf der spirituellen Ebene gibt es kein Verlangen und kein Klagen mehr, weil jeder versteht dass wir spirituell alle gleich sind.
Hier in unserem Tempel können sie es praktisch sehen: Die Söhne tanzen, die Väter tanzen, die Schwarzen tanzen, die Weißen tanzen, die Jungen tanzen, und die Alten tanzen. Die Frau tanzt, der Mann tanzt – jeder tanzt. Sie tanzen nicht künstlich, wie Hunde. Sie tanzen aus spiritueller Ekstase. Das ist die spirituelle Ebene, die „Tanz-Ebene“. Sie tanzen natürlich und spontan, weil sie Gott verwirklichen und in Beziehung mit Gott stehen. Sie fühlen die Ekstase „Wir sind alle Diener Krishnas.“
Das geschieht trotz aller möglichen materiellen Unterschiede. Der Körperbau eines Mannes und der einer Frau sind verschieden. Wie kann man behaupten, Mann und Frau wären gleich? Wenn sie auf der materiellen Ebene gleich wären, warum wird dann nicht auch der Mann schwanger? Der Unterschied ist von Natur aus da. Manchmal denken die Leute, dass ich den Unterschied schaffen würde, aber er ist bereits da. Wenn Männer und Frauen jedoch ungeachtet dieses Unterschiedes in Beziehung zu Krishna denken: „Ich bin eine spirituelle Seele; meine Aufgabe ist es, Gott zu dienen“, dann sind sie gleich.
Unser Vorschlag ist, dass man nicht künstlich versuchen sollte, Gleichheit herzustellen. Das wird sich nur als Fehlschlag erweisen. Es ist bereits ein Fehlschlag. Zum Beispiel sah ich in London eine Polizistin. Ich fragte sie also im Scherz: „Wenn ich sie an der Hand packe und sie entführe, was würden sie dann tun? Sie würden um Hilfe rufen. Was hat es also für einen Zweck, dass sie Polizist sind?“ Ein Polizist braucht körperliche Kraft. Einem Rowdy kann er einen Schlag versetzen oder ihn gefangen nehmen; aber was kann schon eine Frau ausrichten? Deshalb lautet unsere Devise „praktisch sein“. Künstliche Gleichheit wird nicht von Dauer sein.
Ohne Zweifel sind wir alle gleich, weil wir alle spirituelle Seelen sind. Asmin dehe: In jedem lebenden materiellen Körper befindet sich eine spirituelle Seele. Das müssen wir zuerst verstehen, und wenn wir auf dieser Ebene der spirituellen Seele dann Wissen kultiviert haben, können wir uns ohne jede Beeinträchtigung gleich fühlen. Jeder wird dann friedvoll. Das ist unser Wunsch. Wir betonen diesen Punkt – dass es nicht die geringste Wirkung haben wird, wenn man sich künstlich Gleichheit einbildet. Aber das Verständnis, dass wir spirituell gleich sind, ist sehr vorteilhaft. Es wird Glück und Frieden über die ganze Welt bringen.

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