SRILA PRABHUPADAS VORLESUNGEN


DIE SPIRITUELLE WELT EXISTIERT
Juni 27, 2007, 4:18 pm
Filed under: Prabhupadas Richtlinien

lotus.jpgVortrag von A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada

„Mein höchstes Reich ist unmanifestiert und ewig, und es ist das höchste Ziel. Wer einmal dorthin geht, kehrt nie wieder in die materielle Welt zurück. So beschaffen ist Mein höchstes Reich.“ [Bhagavad-gita, 8.21]
Das Wort „avyakta“ in diesem Vers bedeutet, „das was nicht manifestiert ist“. Die materielle Welt ist, im Gegensatz zur spirituellen Welt nicht manifestiert. Obwohl die spirituelle Welt nicht manifestiert ist, ist sie dennoch „aksarah“, ewig. Aksarah bedeutet, das was nicht vernichtet wird. In der materiellen Welt wird etwas geboren, entwickelt sich, bringt ein paar Nebenprodukte hervor, bleibt für einige Zeit bestehen, schwindet dahin und vergeht schließlich. Dies sind die sechs Wandlungsstufen von allem Materiellen. Die spirituelle Welt jedoch, die gegenwärtig nicht vor uns manifestiert ist, ist aksarah, das heißt, sie ist ewig. Sie wird nicht vernichtet. Da wir zur Zeit von dem Mantel der materiellen Sinne bedeckt sind, könne wir die spirituelle Welt – oder überhaupt etwas irgend etwas Spirituelles – nicht wahrnehmen. Aber wir können fühlen, dass es etwas Spirituelles geben muss. Wir mögen nichts über die spirituelle Realität wissen, aber dennoch können wir fühlen. Wenn wir uns einmal im Stillen selbst untersuchen und uns fragen: „Was bin ich? Bin ich mein Finger? Bin ich mein Fuß? Bin ich meine Haare? Bin ich mein Körper?“, so werden wir ohne weiteres zu dem Schluss kommen: „Nein, dies alles bin ich nicht.“ Spirituell ist also das, was sich jenseits unseres Körpers befindet – soviel können wir fühlen.


Wir können die spirituelle Lebenskraft im Körper zwar nicht sehen, obwohl sie tatsächlich da ist, aber wir können einen toten Körper von einem lebendigen Körper unterscheiden. In einem toten Körper fehlt irgend etwas, und dieses „Etwas“ ist von spiritueller Natur. Obwohl wir also die spirituelle Natur nicht sehen können, ist ihre Existenz eine Tatsache. Dies ist der Ansatzpunkt der Bhagavad-gita. Avinasi tu tad viddhi yena sarvam idarit tatam (Bg. 2.17): Die spirituelle Existenz ist ewig, wohingegen der Körper nicht ewig ist.
In diesem Vers nun wird gesagt, dass die spirituelle Welt ayvaktah, unmanifestiert, ist. Was können wir also tun, damit sie sich vor uns manifestiert? Wir mögen die Realität ihrer Existenz mit unserem Verstand teilweise erfassen, aber wie soll es möglich sein, sie tatsächlich wahrzunehmen? – Es wird möglich durch das Praktizieren von Krishna-Bewusstsein.
In den vedischen Schriften heißt es: atah sri-krsna-namadi na bhavet grahyam indriyaih. Indriyaih bedeutet „die Sinne“. Unsere Wahrnehmung und unsere Wissensaufnahme geschieht mittels unserer verschiedenen Sinne – Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut. Dies sind die fünf Sinne zur Aufnahme von Wissen. Darüber hinaus gibt es fünf handelnde Sinne – die Stimme, die Hände, die Beine, das Genital und den Anus. Wir haben also zehn Sinne plus den Geist oder Verstand, der diese Sinne beaufsichtigt. Atah sri-krsna-namadi na bhavet grahyam indriyaih: „Mit diesen stumpfen materiellen Sinnen können wir Krishnas Namen, Seine Form usw. nicht verstehen.“ Warum? Weil Krishna völlig spirituell und absolut ist. Deshalb sind auch Sein Name, Seine Form, Seine Eigenschaften, Seine Füllen – kurzum alles, was mit Ihm verbunden ist – spirituell. Aufgrund unserer materiellen Bedingtheit können wir gegenwärtig allerdings nicht verstehen, was spirituell ist.
Diese Unwissenheit kann jedoch beseitigt werden, und zwar durch das Chanten von Hare Krishna. Wie das genau zu verstehen ist, möchte ich an einem Beispiel erläutern. Wie kann man einen schlafenden Menschen wecken? Durch Klangschwingung. „Herr Soundso, wachen Sie auf! Es ist Zeit zum Aufstehen!“ Zwar ist der Schlafende praktisch bewusstlos und kann nicht sehen, aber der Hörvorgang ist so dominierend, dass ein schlafender Mensch durch Klangschwingung geweckt werden kann. Genauso kann das Bewusstsein der spirituellen Seele, das gegenwärtig durch die Fesseln materieller Bedingtheit überwältigt ist, durch die transzendentale Klangschwingung des Maha-mantra wiedererweckt werden: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare / Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Da es sich hierbei um Sanskritworte handelt, mit deren Bedeutung ja wahrscheinlich nicht jeder von ihnen vertraut ist, will ich kurz die Bedeutung des Hare-Krishna-Maha-Mantra erklären. Durch das Chanten von Hare Krishna wendet man sich einfach an den Höchsten Herrn und Seine Energie. Hara ist die Energie, und Krishna ist der Höchste Herr. Wir rufen also, Hare Krishna, Hare Krishna- „O Energie des Herrn, o Herr, bitte nimm Dich meiner an.“ Das ist alles. „Bitte nimm Dich meiner an.“ Wir haben kein anderes Gebet. Sri Caitanya lehrte, dass wir nach dem Herrn rufen und zu Ihm beten sollten, dass Er uns Zuflucht gewähren möge. Diese Klangschwingung ist einfach ein Ruf, mit dem man sich an den Höchsten Herrn wendet und Ihn bittet: „Bitte nimm Dich meiner an. Bitte gewähre mir Zuflucht.“
ayi nanda-tanuja kinkaram
patitam mam visame bhavambudhau
kripaya tava pada-pankaja
sthita-dhuli-sadrisam vicintaya

Dieses Gebet stammt von Sri Caitanya. Er betet: „O mein lieber Krishna, Sohn Nandas.“ Krishna spielte die Rolle des Pflegesohnes von Nanda Maharaja. Und Krishna ist sehr erfreut, wenn Er mit dem Namen eines Gottgeweihten in Verbindung gebracht wird. Sri Caitanya wendet sich also an Ihn: „O Krishna, Sohn Nandas, irgendwie bin ich in diesen Ozean der Unwissenheit gefallen. Bitte hebe mich aus diesem Ozean, und gib mir als Staubkörnchen einen Platz an Deinen Lotosfüßen.“ Das ist alles. Wenn jemand ins Meer fällt, dann hat er nur eine Möglichkeit zum Überleben, nämlich dass er von jemand anders gerettet wird. Wenn ihn jemand nur wenige Zentimeter über das Wasser erhebt, fühlt er sich sofort erleichtert. In ähnlicher Weise erfahren wir sofortige Erleichterung von den materiellen Leiden, sobald wir im Krishna-Bewusstsein gefestigt sind. Darüber besteht kein Zweifel. Krishna-Bewusstsein ist einfach wunderbar.
Mit unseren materiell bedingten Sinnen und unserem materiell bedingten Geist können wir also die transzendentale Natur des Höchsten Herrn – Seinen Namen, Seinen Ruhm usw. – nicht wahrnehmen. Spekulation über den Namen Gottes wird niemals zu einem Verständnis Seines Namens führen, genauso wenig, wie auch Spekulation über das Aussehen Gottes jemals zu einem Verständnis Seines Aussehens führen wird. Doch jemandem, der sich dem Krishna-Bewusstsein zuwendet und sich im hingebungsvollen Dienst beschäftigt, wird sich Gott allmählich offenbaren – sevonmukhe hi jihvadau svayam eva sphuraty adah. Durch eigene Anstrengung können wir Gott niemals sehen. Doch wenn wir uns qualifizieren, wird Gott sich uns offenbaren, und wir werden Ihn sehen können. Wir können nicht verlangen: „O Gott, bitte erscheine vor mir und tanze.“ Nein. Er ist nicht unser Befehlsempfänger. Wir müssen so handeln, dass es Ihm gefällt, sich uns zu offenbaren – dann können wir Ihn vollständig sehen. In diesem Vers also heißt es, ayvaktah aksarah: Es gibt eine spirituelle Welt. Weil diese Aussage aus der Bhagavad-gita stammt, die direkt von der Höchsten Persönlichkeit Gottes gesprochen wurde, haben wir keinen Grund, sie anzuzweifeln. Die Frage ist nur, wie wir sie tatsächlich verstehen und verwirklichen können. Dieses Verständnis wird sich jedoch allmählich entwickeln, wenn wir anfangen, den Maha-Mantra zu chanten – Hare Krishna Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare / Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare. Dann werden wir mit der richtigen Sicht gesegnet werden.
Dieser Vorgang ist sehr leicht zu praktizieren. Sogar Kinder können daran teilnehmen. Vielleicht haben sie es bei unserem letzten Treffen gesehen: Ein kleines Kind von vielleicht sechs Monaten saß auf dem Schoss seines Vaters, und es hat ebenfalls teilgenommen. Weil der Vorgang so spontan ist, kann jeder daran teilnehmen. Ob kleine Kinder, Hunde oder Katzen – alle werden mittanzen. Niemand braucht irgendwelche Qualifikationen mitzubringen, um den Hare-Krishna-Mantra zu verstehen, denn er kommt direkt von der spirituellen Ebene. Dieser einfache Vorgang wird ihnen also offenbaren, was das spirituelle Königreich ist, was Gott ist, was sie selbst sind, was diese materielle Welt ist, warum sie bedingt sind, was das Gegenmittel ist – alles wird allmählich, Schritt für Schritt, offenbart werden.
Avyakto ksara ity uktah: In den vedischen Schriften heißt es, dass die spirituelle Welt unmanifestiert ist. Dennoch ist sie ewig. Wir müssen lernen, durch die Bücher des Wissens zu sehen. Wir müssen glauben. Und wenn man diesem Vorgang folgt, wird alles offenbart werden. Angenommen, sie kaufen bei der Air India oder bei der PanAm ein Flugticket nach Indien. Warum kaufen sie dieses Ticket? Sie könnten auch misstrauisch sein und sich sagen: „Wo ist der Beweis dafür, dass ich tatsächlich nach Indien komme, wenn ich dieses Ticket kaufe?“ Wenn sie jedoch sehen, wie andere nach Indien fliegen, wie erfolgreich die Fluggesellschaft ist usw., dann gewinnen sie Vertrauen: „Ja, mit diesem Flugzeug komme ich nach Indien.“ Und wenn sie dann das Ticket kaufen und im Flugzeug Platz nehmen, sind sie am nächsten Morgen tatsächlich in Indien. Woher kam nun dieses Vertrauen? Weil PanAm eine anerkannte, autorisierte Fluggesellschaft ist. Deshalb gewinnen Sie Vertrauen. Glauben muss man haben. Ohne Glauben kann man nicht einmal im gewöhnlichen Leben einen Schritt nach vorn tun. Doch Glaube woran? Glaube und Vertrauen sollten autorisiert und begründet sein. Das ist der Vorgang. Jeder muss Vertrauen haben, denn ohne Vertrauen kann man keinen Fortschritt machen. Blinder Glaube jedoch kann niemandem helfen: vielmehr sollte man etwas annehmen, was bereits anerkannt ist. Die Bhagavad-gita ist anerkannt. In Indien wird die Bhagavad-gita von allen Menschen anerkannt, von Theisten genauso wie von Atheisten. Und auch außerhalb Indiens haben alle Gelehrten, Religionswissenschaftler und Philosophen die Bhagavad-gita als Autorität anerkannt. Es besteht also kein Zweifel daran, dass die Bhagavad-gita autoritativ ist. Sogar ein so großer Wissenschaftler wie Professor Einstein hat regelmäßig die Bhagavad-gita gelesen. Und das sind bei weitem nicht die einzigen Beweise für die Authentizität der Bhagavad-gita.
Man sollte also seinen Glauben darauf setzen, dass es eine spirituelle Welt, ein Königreich Gottes, gibt. Und weiter heißt es hier: yam prapya na nivartante: Wer es einmal geschafft hat, die spirituelle Welt zu erreichen, wird niemals mehr einen materiellen Körper annehmen müssen, na nivartante. Tad dhama paramam mama: Er wird friedlich und glücklich sein ewiges Leben zurückerlangen. Was halten sie davon? Nehmen sie einmal an, sie kommen in ein Land, wo sie plötzlich feststellen: „Hier gibt es für mich keinen Tod, keine Leiden, kein Alter, keine Krankheit mehr.“ Würden sie nicht glücklich sein? Stellen sie sich das nur einmal vor. . . „Ja, ich sollte, ich muss glücklich sein! Wenn ich irgendwohin gehen kann, wo ich nicht mehr sterben und weder alt noch krank werden muß – und ob ich diese Gelegenheit wahrnehmen werde! Das ist mein Wunsch, mein Herzenswunsch. Genau das möchte ich!“
Warum möchten wir es? Weil es uns zusteht. Es ist unser gutes Recht. Wir sind ewig, glückselig und voller Wissen. Gegenwärtig sind wir jedoch von materieller Verunreinigung bedeckt, und so haben wir unser wirkliches Selbst vergessen.
Hier gibt uns Krishna die Möglichkeit, unseren ursprünglichen Lebenszustand wiederherzustellen. Hier wird klar gesagt, yam prapya na nivartante: Wem es irgendwie gelingt, die spirituelle Welt zu erreichen, der braucht nie wieder in diese Welt der Leiden zurückzukehren. Zur Zeit versuchen die Menschen, glücklich zu werden, indem sie zum Mond fliegen. Auf diese Weise werden sie jedoch niemals glücklich werden. Die Bhagavad-gita verkündet bereits eindeutig, abrahma-bhuvanal loka punar avartino ‚rjuna: Selbst wenn man den höchsten Planeten erreicht, so könnte man die vier Prinzipien der materiellen Leiden – Geburt, Tod, Alter und Krankheit – dennoch nicht vermeiden. Man sollte sich also keinen Aufenthaltsort innerhalb der materiellen Welt wünschen. Weder in diesem Land oder jenem Land noch auf diesem Planeten oder jenem Planeten besteht die Möglichkeit, glücklich zu werden.
In diesem Vers nun gibt uns Krishna wertvolles positives Wissen: avyakto ity uktas tam ahuh paramam gatim: Nur wer die höchste Stufe der Vollkommenheit, Krishnas höchstes Reich, erlangt, braucht nicht wieder in diese materielle Welt zurückzukehren. Diese Information stammt aus der Bhagavad-gita. Und was soll er dort tun? Manche Philosophen denken, die spirituelle Sphäre müsse unpersönlich und leer sein. Unpersönlichkeitsphilosophen wie die Sankaraiten und die Buddhisten glauben, in der spirituellen Sphäre sei alles leer. Die Bhagavad-gita hingegen gibt uns keine solch trostlosen Informationen.
Diese Philosophie der Leere hat den Atheismus hervorgebracht. Um es noch deutlicher auszudrücken: Ich bin ein spirituelles Lebewesen, und deshalb möchte ich Genuss. Dieser Genuss ist mein Leben. Doch wenn die Aussichten für meine spirituelle Zukunft leer sind, muss ich die Neigung verspüren, das materialistische Leben zu genießen. Deshalb diskutieren die Unpersönlichkeitsanhänger auf der einen Seite über Leere und Unpersönlichkeit, aber gleichzeitig sind sie sehr begierig, das materielle Leben zu genießen. Ihre langatmigen Diskussionen sind nichts als leeres, pseudo-philosophisches Gerede. Wenn wir einfach nur ihr Verhalten beobachten, können wir sofort sehen, dass sie sehr stark an materieller Sinnenbefriedigung haften. Vielleicht ziehen sie ein wenig Genuss aus ihrer Spekulation, aber das ist auch alles. Einen wirklichen Nutzen haben sie dadurch jedoch nicht.

Doch wer auch nur einen Funken spirituelles Verständnis hat, wird sofort all diesen absurden Genuss zurückweisen. Das ist das Symptom von echter Spiritualität. Bhaktih paresambhavo viraktir anyatra ca. Woran zeigt sich wirklicher spiritueller Fortschritt? Wer sein Krishna-Bewusstsein, seine hingebungsvolle Haltung und seine spirituelle Verwirklichung entwickelt hat, ist sofort von allen Arten des materiellen Genusses losgelöst. Es ist genauso, als würde ein hungriger Mensch reichlich Nahrung bekommen. Sobald er isst und gesättigt ist, sagt er: „Nein danke, ich möchte nichts mehr. Ich bin satt.“ Svamin krtartho ’smi varam na yace. Das gleiche wird auch in der Bhagavad-gita ( I 8.54) beschrieben. Dort heißt es:

brahma-bhutah prasannatma na socati na kanksati samah sarvesu bhutesu mad-bhaktim labhate param

„Wer in der Transzendenz gründet, erkennt sogleich das Höchste Brahman und wird von vollkommener Freude erfüllt. Er klagt niemals, noch begehrt er irgend etwas. Er ist allen Lebewesen gleichgesinnt. In diesem Zustand erreicht er reinen hingebungsvollen Dienst für Mich.“

Das Merkmal eines spirituell verwirklichten Menschen ist seine völlige Zufriedenheit. Er wird nicht mehr diesen unsinnigen materiellen Genuss begehren. Das ist das Kennzeichen spiritueller Verwirklichung. In der Bhagavad-gita wird dies sehr klar beschrieben: rasa-varjam raso ‚py asya param dristva nivartate: „Wenn man einen höheren Geschmack erfährt, weist man Sinnenbefriedigung zurück.“ Zum Beispiel wird der Arzt seinem kranken Patienten verbieten, zu essen, sexuellen Verkehr zu haben usw. Der Patient ist gezwungen, diese Verbote zu beachten, doch er denkt: „Ach, wenn ich doch nur essen könnte, dann wäre ich glücklich.“ Im Innern möchte er diese verbotenen Dinge genießen.
Ein Spiritualist jedoch hat innere Stärke. Er ist nicht impotent, sondern er hat kein Interesse am sexuellen Verkehr. Er findet das Ganze einfach abscheulich. Das ist spirituelles Leben: innere Stärke. Er könnte dreimal heiraten, ohne angehaftet zu sein. Param dristva nivartate: Wenn man etwas Höheres bekommt, gibt man das Niedere automatisch auf.
Wir möchten also Genuss. Doch die Philosophie des Atheismus, der Leere und der Unpersönlichkeit haben eine Situation geschaffen, in der wir einfach nur spekulieren, aber weiterhin dem materiellen Genuss verfallen sind. Das ist nicht der Weg des Fortschritts. Im nächsten Vers in der Bhagavad-gita (8.22) heißt es dann, purusah sa param partha bhaktya labhyas tv ananvaya: Wenn man dem Prinzip des Krishna-Bewusstseins, dem hingebungsvollen Pfad, folgt und die Höchste Persönlichkeit Gottes verehrt, dann kann man spirituelle Verwirklichung erlangen und sich vom materiellen Genuss loslösen. Dann wird das Leben erhaben sein. Das ist der Vorgang des Krishna-Bewusstseins.
Hier wird eindeutig gesagt: purusa – die Höchste Persönlichkeit Gottes. Purusah sa parah partha: Parah bedeutet „höchste“, und partha bedeutet „Arjuna“. Krishna sagt also: „O Mein lieber Arjuna, in der spirituellen Welt ist die Höchste Persönlichkeit Gottes.“ Gott ist eine Person wie du und ich. Genauso wie wir miteinander von Angesicht zu Angesicht sprechen, so können sie sich auch mit Gott unterhalten, wenn sie in die spirituelle Welt gelangt sind. Sie werden mit Ihm spielen, mit Ihm essen usw.
Wie kann man diese Stufe erreichen? Bhaktya: durch Hingabe. Nicht durch Spekulation, sondern durch Hingabe. Man muss sich dem Herrn ergeben und Ihm transzendentalen liebevollen Dienst darbringen. Bhaktyas tv ananyaya. Tv ananvaya bedeutet „ohne Motiv“. Was bedeutet Motiv? „Ich liebe Gott um irgendeines materiellen Vorteiles willen“, oder „Ich liebe Gott, um mit Ihm eins zu werden.“ Diese Motive im hingebungsvollen Dienst werden nicht helfen. Hingebungsvoller Dienst muss motivlos und unverfälscht sein: tv ananyava.
Yasyantah-sthani bhutani yena sarvam idam tatam. Obwohl Krishna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, eine Person ist wie du und ich, ist Er dennoch so alldurchdringend, dass sich alles in Ihm befindet und Er in allem gegenwärtig ist. Er befindet sich außerhalb und innerhalb. Das ist die vollständige Definition Gottes. Gott ist überall, aber dennoch hat Er Sein Königreich, Seine Beigesellten usw. Genauso wie die Sonne, deren Energie durch das ganze Universum verbreitet ist, die aber gleichzeitig ein eigenständiger Planet mit individuellem Standort ist.
Gott, Krishna, befindet sich in der spirituellen Welt. Wenn wir uns an Ihn wenden, wird unser Leben erfolgreich sein, und wir werden unser Ziel erreichen und glücklich sein – nicht nur für kurze Zeit, sondern ewig.
Vielen Dank.

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